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Moselcamino Tagesetappe 23,5 km
E4: Bullay - Enkirch      

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Moselcamino Tagesetappe 15 km
E4: Bullay - Enkirch

Unterwegs mit Sandra auf dem Moselcamino

Etappe 4 von Bullay nach Traben-Trarbach. Ähm. Fast. Am Ende war Ende in Enkirch.

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Erneut eine wunderschöne Etappe mit tollen Ausblicken auf die sich zwischen den Hängen dahinschlängelnde Mosel. Aber: wieder ein Tag, der es mit knapp 24 Kilometern Länge und mit 700 Höhenmetern im Auf- und Abstieg  in sich hat. Das entspricht höhenmäßig drei zu überwindenden Weinbergen. Das erste Mal bin ich an der Mosel ohne Begleitung unterwegs - allerdings wie gehabt als Tagestour.

Ich möchte diese Strecke als Training für meine diesjährige kurz bevorstehende Pilgerreise durch Frankreich nutzen. Leider muss ich in Enkirch meinen Plan ändern und nach 15 Kilometern abbrechen, denn ich spüre zu deutlich: ich werde krank. Im Hinblick auf die bevorstehende Pilgerreise durch Frankreich wäre es keine gute Idee mich heute zu überanstrengen.

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Die Doppelstockbrücke in Bullay

... wurde für Autos und Eisenbahn auf zwei übereinander liegenden Ebenen gebaut und bietet das erste schöne Fotomotiv für mich. Ich habe mein Auto am Bahnhof geparkt und überquere die Brücke bereits kurz danach, leider im morgendlichen Berufsverkehr. Ich finde den Gang über die Mosel etwas unangenehm, da es nur einen schmalen Weg für Fußgänger gibt. Die Autos fahren relativ nah an einem vorbei, besonders bei Gegenverkehr, weil auch ihre Fahrbahn ziemlich eng ist. Kein Wunder 1929 sind wohl noch nicht so viele breite SUVs drübergedonnert wie heute.  Da weder schwimmen noch hangeln eine Alternative ist, überwinde ich das Hindernis zügig. Allerdings nicht ganz so schnell wie die Züge, die auf der oberen Etage der Brücke früher gefahren sind. Doppelstockbrücken gibt es nicht viele in Deutschland, genau genommen nur Zwei (die andere bin ich lustigerweise schon über die Isar auf Etappe 1 des Münchner JW letztes Jahr gegangen) Diese hier hat Fundamente von 1875 und gilt als technische Meisterleistung für damalige Verhältnisse.

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Highlight  Marienburg

Auf der anderen Moselseite findet sich bald ein Schild, das mich auf einen schmalen Pfad abzweigen lässt. Hier folge ich dem Moselsteig, der immer mal wieder identisch ist mit dem MoselCamino, bergan Richtung Marienburg, dem ersten Highlight des Tages.

Die Marienburg liegt auf dem Petersberg, einer Anhöhe in der Moselschleife in der Nähe von Zell und Pünderich. Ursprünglich war sie ein Augustinerinnenkloster, das aber später in eine Befestigungsanlage umgewandelt wurde und heute als Jugendbildungsstätte dient.  

Oben angekommen bieten sich zauberhafte Ausblicke über das Moseltal und die umliegenden Weinberge. Von dort zieht sich der MoselCamino entlang des selbigen Bergrückens in Richtung des pittoresken Moselörtchens Zell.

Mir gefällt die Idee eines Winzers am Weg, der seine Rebzweige zu Herzen festgebunden hat. Ich habe keine Ahnung, ob das Ergebnis wirklich Absicht war oder nur praktischer Zufall, ich finde es jedenfalls sehr ansprechend. Der Tag ist traumhaft schön und frühlingshaft warm, die Sonne scheint mir auf den Hut. Die Vögel zwitschern und die Erde zeigt sich wieder einmal von ihrer schönsten Seite. Wenn ..., ja wenn mich da nicht etwas im Hals beim Schlucken stören würde ...

Ich finde einen "lost place"

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Blühende Obstbäume zur Frühlingszeit

Ich stelle heute immer wieder fest: Im Frühling zur Kirsch- und Obstblütenzeit ist pilgern besonders schön für mich. Ich mag  die vielen pinken und weißen Blüten, die sich dekorativ von den grünen Hängen abheben und  großartige Fotomotive geben. Nach einiger Zeit folgt der Abstieg nach Zell, dessen Fassaden auf der gegenüberliegenden Seite  sich heute dank des Wetters in der Mosel spiegeln können.

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Somit steht die zweite Moselüberquerung steht, allerdings nun wesentlich angenehmer auf einer reinen Fußgängerbrücke. Anschließend schlendere ich in Zell am Wasser unter pinkblühenden Bäumen entlang. Ich finde es wunderschön! Natürlich gönne ich mir eine kurze Trink- und Genießerpause  auf einer Bank am Ufer, bevor der anstrengende Teil des Tages ansteht. 

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Rauf auf den Bummkopf

Hinter Zell wartet der zweite von drei Anstiegen. Dieser geht recht knackig bergauf zum ersten Aussichtspunkt  Beinter Kopf. Es sind zwar nur 300 Höhenmeter, aber für mich heute gefühlt doppelt so viel, denn ich kämpfe mittlerweile mit starken Hals- und jetzt auch Ohrenschmerzen, sowie genereller Abgeschlagenheit, die kontinuierlich schlimmer wird. Ganz klare Zeichen für mich - ein grippaler Infekt ist mit mir im Anmarsch auf den Berg. Oben angekommen entschädigt die Aussicht "Moselblick"  für die Strapazen. Nicht nur dem MoselCamino kann man hier weiter folgen. Auch jede Menge andere Wanderwege kann man für sich entdecken. Sie führen größtenteils durch die Briedeler Schweiz, die nicht weit von hier beginnt. Bisher noch nie gehört. Und das Gebiet ist auch nicht sonderlich groß. Eher Mini verglichen mit der richtigen oder der sächsischen Schweiz. Jedenfalls gibt es eine Menge Wandermöglichkeiten und auch ein großes Schild, das darauf hinweist.  Ich gehe ein Stückchen weiter und befinde mich kurz darauf  auf dem Bummkopf. Bei Gelegenheit muss ich mal herausfinden, warum der Bummkopf Bummkopf heißt. Ein interessanter Name.

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Leider Abbruch in Enkirch

Auf dem Weg ins nächste Tal nach Enkirch entscheide ich mich die Etappe vorzeitig abzubrechen und dort, entgegen meines ursprünglichen Planes bis nach Traben-Trarbach zu gehen, den Pilgertag beenden. Ich möchte meinen Körper nicht unbedingt mehr schwächen als nötig ist und halte es, was selten genug der Fall ist, für vernünftig so zu handeln.  Aber bis ich in Enkirch einen Bus zurück nach Bullay zum Parkplatz am Bahnhof nehmen kann, dauert es noch.

Zuvor geht es noch ungefähr eineinhalb Stunden durch den Wald bergab. Ich komme am Rastplatz "Fünftälerblick" vorbei, wo ich noch eine kurze Erholungspause einlege und die verschiedenen Blicke in die fünf Täler bewundere. Wobei ich eigentlich nur vier zähle. Aber egal. Das letzte Stück führt in Serpentinen durch die Weinberge hinab. Von denen gibt es wirklich jede Menge hier. ​

Ich bin froh, als ich in der Information von Enkirch ankomme und dort sogar einen Stempel für den Pilgerpass erhalte. Ich habe wirklich Glück, der nächste Bus fährt nur kurze Zeit später zurück nach Bullay. 

Das Stück nach Traben-Trarbach entkommt mir aber nicht! Es wird hoffentlich bald nachgeholt werden.

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Leider habe ich die Aufzeichnung der Etappe mit Komoot versemmelt. Bei meiner Pause auf dem Beinterkopf hat sie sich frecherweise abgeschaltet und ich musste eine neue Tour starten, deshalb gibt es hier zwei GpX Tracks. Die erste bis rauf auf den Beinterkopf ( die zweite Erhebung), die zweite von dort hinunter nach Enkirch.

Mein Tipp

Ich bin diese Etappe Anfang April gegangen. Man muss natürlich ein bisschen Glück haben mit dem Wetter, weil es noch außerhalb der Hauptsaison liegt, die normalerweise an der Mosel um Ostern losgeht, aber ich finde diese Jahreszeit  lohnt sich sehr für alle Liebhaber von Kirschblüten.

Für aussichtsreise Pausen gibt es genügend Picknickplätze mit Tischen und Bänken. Ich fand den "Fünftälerblick" toll für eine ausgedehnte Mittagspause. Besonders dann, wenn man weiter geht als Enkirch, also bis nach Traben-Trarbach.

 

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